Unbehandelte Wurminfektionen bei Katzen können schwere Schäden verursachen. Eine regelmäßige Entwurmung ist deshalb empfehlenswert. Lesen Sie hier alles über Arten, Häufigkeit und Nebenwirkungen von Wurmkuren.
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Ein Wurmbefall kann bei Katzen gesundheitsschädliche Folgen nach sich ziehen. Je länger ein Wurmbefall anhält, desto mehr vermehren sie sich im Körper der Katze. Nicht nur die vollständige Entwurmung wird dann immer schwerer – ein massiver Wurmbefall ist stets mit einer Erkrankung der Katze verbunden.
Zudem stellen einige seltene Wurmarten eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier dar. Egal ob Hauskatze oder Freigänger – um eine regelmäßige Wurmkur (oder alternativ, eine regelmäßige Kotuntersuchung beim Tierarzt) kommt keine Katze herum.
Wie wirkt eine Wurmkur?
Katzen – besonders solche, die viel draußen unterwegs sind – handeln sich häufig Wurminfektionen ein. Wurmkuren sind Mittel, die Katzen verabreicht werden, um sie von Würmern zu befreien und sie vor den möglichen Schäden und Folgeerkrankungen eines Wurmbefalls zu schützen.
Nur regelmäßige Wurmkuren bzw. Kotuntersuchungen gewährleisten einen solchen Schutz. Das liegt daran, dass eine Wurmkur der Abtötung vorhandener Würmer dient, aber erneute Infektionen nicht verhindern kann.
Weil eine Wurmkur nur etwa 24 Stunden wirkt, kann sich die Katze bereits 2 Tage nach der Entwurmung wieder mit Würmern infizieren. Dann dauert es in der Regel jedoch mehrere Wochen bis aus den Eiern, mit denen sich die Katze infiziert hat, wieder geschlechtsreife Würmer geworden sind.
Ziel der Behandlung mit Wurmkuren ist es also nicht, die Katze jederzeit wurmfrei zu halten. Ziel ist es vielmehr, die Vermehrung der Würmer zu unterbinden und damit ernsthafte Folgeschäden zu verhindern.
Verabreichung – Spot-On, Tablette oder Spritze?
Für eine Wurmkur bei Katzen stehen mehrere Mittel zur Verfügung. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Wirkung, Anwendung und zu bekämpfender Wurmart.
Weil jede Katze anders tickt, gibt es hier keinen Königsweg. In der Regel verschreiben Tierärzte Präparate, die gegen mehrere Würmer wirksam sind. Die Dosierung einer Wurmkur ist abhängig vom Gewicht der Katze, das man am besten mit einer Haushaltswaage ermittelt.
4 Mittel gegen Würmer
Was die Verabreichung betrifft, muss jeder Halter ausprobieren, welche Methode bei seiner Katze am besten funktioniert:
- Spot-on-Präparate sind flüssig und werden in den Nacken der Katze geträufelt. Sie gelangen über die Haut in die Blutbahn. Viele Katzen wehren sich allerdings heftig gegen die Verabreichung und versuchen die Flüssigkeit abzulecken.
- Tabletten werden zerkleinert mit Futter vermischt (z.B. mit etwas Leberwurst) oder auf den hinteren Teil der Zunge geschoben. Manche Katzen weigern sich jedoch, Essen zu sich zu nehmen, das mit Medikamenten versetzt wurde. Wenn Ihre Katze sich jedoch überlisten lässt, sind Tabletten* sicherlich die einfachste Methode.
- Präparate in Pasten- oder Gelform werden mit spritzenähnlichen Applikatoren verabreicht, die direkt ins Maul der Katze abgegeben werden. Tipp: Pasten* kann man auch auf das Fell der Katze auftragen – von dort wird die Katze es vermutlich einfach ablecken.
- Spritzen werden vom Arzt per Injektion verabreicht und sind bei den meisten Katzen verständlicherweise wenig beliebt.
Hat eine Wurmkur Nebenwirkungen?
Wenn Sie Ihre Katze mittels Wurmkur entwurmen, müssen Sie mit einigen Nebenwirkungen rechnen. Führen Sie eine Wurmkur also nicht häufiger als notwendig durch.
Wurmkuren führen zum Tod der die Katze besiedelnden Würmer. Die Frage nach schädlichen Nebenwirkungen für die Katze liegt also durchaus nahe. Auch die daran anschließende Frage, ob monatliche Wurmkuren als Vorbeugemaßnahme wirklich notwendig sind, ist durchaus berechtigt.
Leichte Nebenwirkungen möglich
Was die Nebenwirkungen von Wurmkuren angeht, lässt sich grundsätzlich sagen: Bei Katzen können kurzfristig leichte Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall auftreten. Mittel, die von außen aufgetragen werden, können auch zu vermehrtem Juckreiz und Haarausfall führen.
Ernsthafte Schäden fügen Wurmkuren Ihrer Katze jedoch nicht zu. Die gängigen Mittel, die als Wurmkur eingesetzt werden, sind so zusammengesetzt, dass sie dem Organismus der Würmer schaden und nicht dem der Katze. Treten doch Nebenwirkungen auf, kann es sinnvoll sein, eine andere Wurmkur zu testen, weil jede Katze unterschiedliche Reaktionen auf ein Mittel zeigt.
Sind monatliche Wurmkuren notwendig?
Was die Frage nach der Häufigkeit von Wurmkuren angeht, erreichen Sie durch eine monatliche Wurmkur die maximale Sicherheit, dass Ihre Katze keine ansteckenden Wurmeier ausscheidet. Hier kann jeder Katzenhalter selbst entscheiden, welches Maß an Sicherheit er für sich und sein Tier wünscht. Gängige Praxis in den meisten Haushalten ist es wohl, eine Wurmkur einmal im Quartal durchzuführen.
Letztlich bleibt auch die Entscheidung für oder gegen eine Wurmkur jedem selbst überlassen. Wer ganz auf vorbeugende Wurmkuren verzichten möchte, sollte jedoch regelmäßige Kotuntersuchungen vom Tierarzt vornehmen lassen.
Wie oft sollten Sie Ihre Katze entwurmen?
Muss es eine monatliche Wurmkur sein oder reicht auch eine jährliche Entwurmung Ihrer Katze? Die Frage, wie oft eine Katze entwurmt werden sollte, richtet sich nach der Haltungsart.
Früher lautete die Empfehlung pauschal, dass ausgewachsene Katzen einmal im Quartal entwurmt werden sollten. Heute orientiert man sich laut ESCAPP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) mehr an der individuellen Lebensweise der Katze. Freigänger sollten demnach anders behandelt werden als Hauskatzen.
Katzen mindestens einmal im Quartal entwurmen
Grundsätzlich empfiehlt die ESCAAP eine Wurmkur oder eine Kotuntersuchung mindestens 4-mal im Jahr im Abstand von 3 Monaten durchzuführen.
- Freilaufende Katzen, die Aas, Kot oder Beutetiere fressen, haben ein hohes Ansteckungsrisiko. Nach Angaben der ESCCAP bietet hier nur eine monatliche Wurmkur einen maximalen Schutz für Tier und Mensch.
- Besonders für Haltungen mit mehreren Katzen und Haushalte mit Kindern ist eine monatliche Entwurmung gegen Spulwürmer und Bandwürmer empfehlenswert.
- Bei Hauskatzen mit geringerem Infektionsrisiko, die zudem nie in Kontakt mit Artgenossen aus anderen Haushalten kommen, reicht auch eine Entwurmung pro Halbjahr.
Katzenwelpen und trächtige Katzen entwurmen
Würmer ernähren sich u.a. vom Blut und von der Nahrung der besiedelten Katze und entziehen ihr auf diese Weise wichtige Nährstoffe. Darunter leidet nicht zuletzt das Immunsystem der Katze – besonders Katzenwelpen laufen hierbei Gefahr, ernsthaft zu erkranken.
Nach Empfehlungen der ESCCAP sollten Katzenwelpen deshalb beginnend im Alter von 3 Wochen entwurmt werden. Anschließend kann die Behandlung in 2-3 wöchigen Abständen bis zum Ende der Säugphase wiederholt werden.
Wichtig ist es in jedem Fall, die Welpen kurz vor den Impfungen in der 8. und 12. Woche zu entwurmen (der Impfschutz kann durch eine Wurminfektion kurz vor der Impfung beeinträchtigt werden).
Trächtige Katzen entwurmen
Für die Entwurmung trächtiger Katzen mit dem Ziel, eine Wurminfektion der Welpen im Mutterleib zu verhindern, gibt es in Deutschland keine zugelassenen Präparate. Das hat mit den möglichen Nebenwirkungen für die Katzenbabies zu tun. Wenn möglich, sollte es also vermieden werden, eine schwangere Katze mit einer Wurmkur zu behandeln.
Besteht allerdings ein Verdacht auf einen Wurmbefall, besprechen Sie die Situation mit Ihrem Tierarzt. Bestätigt sich der Verdacht, kann je nach Wurmart und Befallsstärke eine Entwurmung notwendig werden, um größeren Schaden abzuwenden.
Säugende Katzen sollten gleichzeitig mit der ersten Behandlung ihrer Jungen gegen Spulwürmer behandelt werden.